{"id":399,"date":"2020-09-24T17:20:28","date_gmt":"2020-09-24T15:20:28","guid":{"rendered":"https:\/\/sophiejacobsen.de\/?page_id=399"},"modified":"2020-09-24T17:20:28","modified_gmt":"2020-09-24T15:20:28","slug":"abiturkram","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sophiejacobsen.de\/?page_id=399","title":{"rendered":"Abiturkram"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Abiball.&nbsp;<\/strong>Letzte Gelegenheit, die alten Konfirmationsklamotten noch mal anzuprobieren, dann aber doch ein Heidengeld f\u00fcr neue Klamotten auszugeben. Bis 1999 feierten TSS und HTS den Ball gemeinsam in der Kongre\u00dfhalle, die steigenden Abiturientenzahlen und die immer nervigeren Streitereien um Kartenkontingente f\u00fchrten dann dazu, da\u00df die Schulen sich aufteilten. Die Organisatoren werden meist als Gesch\u00e4ftspartner nicht f\u00fcr voll genommen und m\u00fcssen sich allerlei Schikanen der P\u00e4chter gefallen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abientlassung.&nbsp;<\/strong>1974 fiel sie ganz aus, weil die Abiturienten in der Nach-68er-Zeit lieber an den Dockkoog gingen, um dort zu trinken und zu feiern. Die meisten Zeugnisse wurden dann mit der Post verschickt. Langsam regenerierte sich das Entlassungsritual, wohl auf Wunsch der Sch\u00fclerschaft. Anfangs gab es dann in der Pausenhalle ein Glas Sekt und das Zeugnis draufzu. In den 80ern kehrte die Entlassung zur\u00fcck in die Aula. Dort gab es dann eine Mischung aus Musik, Sketchen und Reden. Vor allem die Sketche lockerten die Entlassung auf. Beispielsweise sei hier die Entlassung von Abi 91 erw\u00e4hnt. Zum einen gab es Running Gags, beispielsweise die Muppetnachrichten, bei denen dem Nachrichtensprecher immer etwas begegnete, wovon er gerade berichtete (Biolehrer Dr. Vierke entdeckt neue Fischart am Amazona -&gt; er wird mit Fischen beworfen; Herr B\u00fcrger kaufte alle Stasi-Akten auf -&gt; zig Akten fallen auf den Sprecher herab; das Dach der Schule ist endlich geflickt -&gt; ein Schwall Wasser trifft ihn, etc.). Dazu kommen noch Veralberungen der Autoliebe einiger Lehrer oder die Verleihung eines Preises an den besten ausl\u00e4ndischen Sch\u00fclers des Jahrgangs (es gab nat\u00fcrlich nur einen), dem man mit absurden Showelementen unter anderem ein Moped \u00fcbergibt, dazu die italienische Nationalhymne live vortr\u00e4gt. Beim zugehendem Vorhang f\u00e4hrt er dann mit dem Moped die B\u00fchne kurz und klein (da gab es nat\u00fcrlich nur die Ger\u00e4usche von zu h\u00f6ren). Auch die Lehrer zeigten sich. 1994 beispielsweise gr\u00fcndeten sie eigens einen Chor und sangen ein Loblied auf den Jahrgang. Dies war aber ein einmaliger Vorgang.<br>In den letzten Jahren gaben die Jahrg\u00e4nge das Auff\u00fchren von Sketchen auf und die Abientlassung wurde eine f\u00f6rmlichere Veranstaltung. Seit mehreren Jahren laufen die Abiturienten auch zu Beginn in die Aula ein.<br>Bis 1993 fand die Abiveranstaltung \u00fcbrigens am Samstagvormittag statt, die restliche Schule hatte dann frei. Mit Einf\u00fchrung der freien Samstage wurde die Entlassung erst auf Donnerstag- dann auf Freitagabend gelegt<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abiumzug.<\/strong>\u00a0Eine vermutlich noch aus dem vorletzten Jahrhundert stammende Tradition der Husumer Abiturienten. Schwarzgewandet mit Zylinder, Zigarre und einem Spazierstock verlie\u00dfen sie die Schule. Der Abiumzug ist eine Errungenschaft, die von der HTS ausging. Damals war es noch ein reines Jungengymnasium und der TSS war es erst in den Drei\u00dfigern erlaubt M\u00e4dchen zum Abitur zu f\u00fchren. Sie feierten beim Umzug auch nicht mit. Die Abiturienten der f\u00fcnfziger und sechziger Jahre zogen zwar zum TSS-Schulgeb\u00e4ude hin, liefen davor einige Kreise, aber nur die verwegendsten gr\u00fc\u00dften zu den M\u00e4dels, die an den Fenstern standen, hinauf. Kontakt gab es offiziell erst bei den Schulfesten, wo im Vorfeld die Klassensprecher und -sprecherinnen Namenslisten austauschten und die P\u00e4rchen f\u00fcr das Fest festlegten. F\u00fcr die Jungen war es wohl eine teure Angelegenheit, man mu\u00dfte den Klassensprecher bestechen, sich Wochen vorher bei den Eltern des M\u00e4dchens mit Blumen vorstellen und noch am Tag, an dem man es abholte, wieder mit Blumen erscheinen. Doch wie auch immer: Im Rahmen der studentischen Revolten und auch der Aufnahme m\u00e4nnlicher Sch\u00fcler an der TSS Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger, nahmen bald alle Abiturienten daran teil. Der Abiumzug fand erst in der eigenen mit allerlei Unsinn verbauten Schule statt, die Sch\u00fcler wurden aus den Klassen herausgeholt und mit Bonbons beworfen, auch na\u00dfgespritzt, z.T. mit Wasser, aber auch mit Rasierschaum. Der Osterhusumer Filiale (OHS) der TSS wurde ebenfalls ein Besuch abgestattet, wobei es eine willkommene Abwechslung war. Sch\u00fcler mit \u00e4lteren Geschwistern wu\u00dften meist von dem Termin und so wurden die Abiturienten mit Wasserbomben oder eben mit Wasser gef\u00fcllten Kondomen erwartet. Der Gang in die Stadt f\u00fchrte zu mehreren Gesch\u00e4ften, in denen es Getr\u00e4nke und Speisen gab, auf dem Hinterhof der Sparkasse wurde zu &#8211; in den Augen der Bankkaufleute &#8211; flotter Musik getanzt. Zwischendurch wurden auf dem Marktplatz alte Hefte und B\u00fccher verbrannt. Vor 1970 wurde dazu auch gesungen. Das Studentenlied \u201ede brevitate vitae\u201c (\u00dcber die K\u00fcrze des Lebens) gab den Rahmen ab, der Beginn des von Brahms vertonten St\u00fcckes war bezeichnend: \u201egaudeamus igitur, iuvenes dum sumus\u201c &#8211; Freuen wir uns also, solange wir jung sind. Auf einen Hinweis von Winrich Naujoks wurde der Text in der TSS-Abizeitung von 1995 abgedruckt. Der langsame Flu\u00df in den Schlo\u00dfpark beendete den Umzug, dort wurde geruht oder weitergesoffen. Seit 1996 wurde dort Musik gespielt und getanzt, da die Sparkasse ihr Engagement schon l\u00e4nger beendet hatte. Eine weitere Ver\u00e4nderung fand schon 1992 statt, eine amerikanische Erfindung namens \u201eSuper-Soaker\u201c wurde von den Abiturienten entdeckt und dabei ungeheure Wassermassen verschossen. Der Direktor mu\u00dfte die Wasserleitungen schlie\u00dfen lassen, um der Lage Herr zu werden. 1995 \u00fcbernahm die TSS eine HTS-Idee, n\u00e4mlich eine Show vor den eigentlichen Abiumzug zu stellen. Seit den Achtzigern, in denen der Sohn des \u00f6rtlichen Kinobetreibers Abitur machte, gab es auch einen Abifilm, fast zehn Jahre lang \u201eBlues Brothers\u201c, dann andere individuell gew\u00e4hlte Filme, wie z.B. \u201eMars attacks!\u201c (1997). Doch auch dies fiel seit 2001 weg.<br>Seit 2002 d\u00fcrfen die Abiturienten beim Abiumzug die Schule nicht mehr betreten. Am Vortag verbauen sie zwar einige G\u00e4nge, aber die alte Tradition auch hier Eigenarten der Lehrer oder auch Mitsch\u00fcler aufs Korn zu nehmen, war damit erledigt. H\u00f6hepunkte dieses Treibens waren u.a. 1989 das Herumtragen des Erdkundelehrers Lamp in einer S\u00e4nfte w\u00e4hrend des Umzuges oder 1991 der 2&#215;3 Meter gro\u00dfe Nachbau des 16-eckigen Koffers des Physiklehrers Paech.<br>Diverse Versuche den Abiumzug grundlegend zu ver\u00e4ndern, scheiterten meist kl\u00e4glich. Meist versucht nur ein Abijahrgang sich mit bunten Kleidern vom traditionellen Schwarz abzusetzen. So sahen sie dann meist wie die Realsch\u00fcler aus, die seit einigen Jahren auch einen Umzug veranstalten. Und um ihre Individualit\u00e4t h\u00e4tten sie sich auch nicht sorgen m\u00fcssen. Die Husumer Abiturienten sind mit ihren Zylindern und schwarzen Anz\u00fcgen und Kleidern ziemlich einmalig in Deutschland. 1999 war eine Ver\u00e4nderung dennoch erfolgreich. Die Abiturienten wollten im Zuge der Beliebtheit der Loveparade eine Abiparade machen und lie\u00dfen Trecker mit Musikanh\u00e4ngern vor der Umzugsmasse herfahren. Die eigentlich als einmaliger Gag gedachte Idee, etablierte sich schnell und f\u00fchrte zu j\u00e4hrlich wachsenden Musikanlagen, die dementsprechend auch immer lauter wurden. Unter anderem deswegen beschlo\u00df die Stadt 2006 dem Abiumzug den Schlo\u00dfpark zu verweigern. 2007 h\u00e4tten die Abiturienten auf F\u00fcrsprache der Vorsitzenden von Ehemaligen- und F\u00f6rderverein der TSS beim B\u00fcrgermeister wieder in den Park gedurft, wollten sich aber keinerlei Restriktionen in Lautst\u00e4rke und Dauer bieten lassen, obwohl diese eher moderat veranschlagt waren.<br>Seitdem wird auf dem Parkplatz vom Porrenkoog gefeiert. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abiveranstaltungen, div.<\/strong>&nbsp;Die erfindungsreichen Abiturienten feierten sogenannte Abifeten, die \u00fcberwiegend aus einem Feld, einem Zelt, einer kleinen Musikanlage und vielen Getr\u00e4nken zum Selbstkostenpreis bestand. Wer eine Scheune sein eigen nannte, war geradezu verpflichtet eine Abifete zu veranstalten. Varianten gab es auch in Schiffstouren, die 91er mieteten ein kleines Schiff und fuhren dann mit der feiernden Menge stundenlang durchs Wattenmeer. H\u00f6hepunkte waren 87,91 und 94 die Abifeten in S\u00fcderholz mit jeweils 1000 Besuchern. Die zunehmende Professionalisierung &#8211; gro\u00dfe Licht- Musikanlagen, gro\u00dfe Hallen, dazu am besten noch Eintritt &#8211; machte ein einfaches Fest nicht mehr akzeptabel und diverse Versuche bekamen nicht viel Resonanz. Von in den 80er und 90ern \u00fcblichen 8-14 Feiern sind momentan h\u00f6chstens 2 oder 3 \u00fcbriggeblieben.<br>Daneben gab es noch Mitte der 90er einige Jahre lang die Abiwanderung. Die Abiturienten und Ehemaligen wanderten dabei von Schob\u00fcll aus zum Dockkoog.<br>Einmalig hingegen war der Abizug 1996. Dem Aufruf an alle Gymnasien l\u00e4ngs der Bahnlinie Hamburg-Westerland zusammen an einem Sonntag zum Sylter Strand zu fahren, folgten nur die TSS und einige FGler. Die aber einen Heidenspa\u00df hatten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abizeitungen.<\/strong>\u00a0Seit 1985 geben die Abiturienten eine Abizeitung heraus. Mehr Informationen in einem eigenen Artikel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abiball.&nbsp;Letzte Gelegenheit, die alten Konfirmationsklamotten noch mal anzuprobieren, dann aber doch ein Heidengeld f\u00fcr neue Klamotten auszugeben. Bis 1999 feierten TSS und HTS den Ball gemeinsam in der Kongre\u00dfhalle, die steigenden Abiturientenzahlen und die immer nervigeren Streitereien um Kartenkontingente f\u00fchrten dann dazu, da\u00df die Schulen sich aufteilten. 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